2024 hielt Nikolaus Groß als Skulptur Einzug in die Barbarakirche. Ein engagiertes Gemeindemitglied hatte das Werk in Auftrag gegeben. Im Januar 2025 erlebte Nikolaus Groß, so in Stein gemeißelt, die letzten Aufführungen des Musicals mit und löst es nun in künstlerische Form gebracht quasi auf Dauer ab.
Die Skulptur wurde geschaffen von Thorsten Stegmann.
Profil (aus seiner Homepage)
Thorsten Stegmann ist Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller. Er begann seine künstlerische Laufbahn klassisch, als Steinmetz- und Steinbildhauermeister. Diese Wurzeln bedeutet für ihn das Fundament seines kreativen Schaffens, wonach er immer wieder zurückgreift.
Als bildender Künstler hat er sich neben der Malerei und Grafik vor allem der Bildhauerei verschrieben. Hier unterscheidet er zwischen zeitgenössischer Kunst und Erinnerungskunst. Thorsten Stegmann arbeitet sowohl subtraktiv mit den Materien Stein und Holz, als auch additiv mit Ton, Wachs und Gips. Durch die unterschiedlichen Herangehensweisen und Materialien vermischen sich seine Stilrichtung. Dabei experimentiert er ständig und lässt sich bewusst nicht festlegen. Einerseits tragen, je nach Beschaffenheit des Materials, seine Formen schematisch klare, minimalistische Züge. Die räumlich erfahrbaren Grundstrukturen sind oft geometrisch und übersichtlich. Frei im Brechtschen Sinne will er hierin vom Einfachen das Beste erstreben. Andererseits ist ihm immer wieder der Mensch Antriebskraft und Inspirationsquelle. Die Figur bleibt zentraler Mittelpunkt in vielen seiner Werke. Hierin verbindet er Körperlichkeit mit Inhalt. Durch sein, bereits als Kind stark ausgeprägtes dreidimensionales Gedächtnis und räumliches Verständnis, verzichtet er z. B. bei der Arbeit in Stein auf das Erstellen von Modellen. Durch das Überspringen von mehreren Arbeitsabläufen ist dadurch die Wirtschaftlichkeit seiner Arbeiten ein entscheidendes und wichtiges Kriterium. Dennoch, die figürliche Darstellung in der Bildhauerei neu zu interpretieren ist sein Anspruch an die bildende Kunst.
Mit dem Fall der Mauer, den er in Berlin erlebte, bleibt das für Thorsten Stegmann kostbarste Gut, die Freiheit. Er will das Geschichtsbewusstsein wach halten und beschäftigt sich somit mit einer zeitgemäßen Auffassung der Erinnerungskultur. Neben seinen bundesweit platzierten Werken im öffentlichen Raum, gilt sein Interesse zudem der Sepulkralkunst. Die parkähnlichen Friedhöfe begreift er als öffentliche Räume, in denen Leben und Tod, wie nirgendwo sonst, derart kontrastreich aufeinander treffen. Weiterhin rückt die Literatur zunehmend in den Focus seiner Arbeit. Hier kann er seinen gemalten, gezeichneten und modellierten Figuren weiteren Raum verschaffen, ihnen Geschichten andichten oder sie in der Geschichte lebendig werden lassen.
Thorsten Stegmann will mit seiner Kunst bewegen. Und, er will mit seinen Arbeiten die Menschen inspirieren, innezuhalten und nachzudenken. Dazu nutzt er die ihm gegebenen Möglichkeiten der bildenden Kunst sowie der Literatur. Beides sind weite Felder in denen er frei und ungezwungen experimentieren kann. Er modelliert, arbeitet In Stein, malt, zeichnet und schreibt. In seiner vielseitigen Tätigkeit beeinflussen sich die verschiedenen Formen seiner Kunst gegenseitig. Während die Kunstformen manchmal ganz bewusst ineinander übergehen, ja fast verschmelzen, so organisiert er sich akribisch nach Jahreszeiten. In den kalten Wintermonaten widmet er sich dem Schreiben, der Grafik und Malerei, die warme Jahreszeit nutzt er für sein Hauptbetätigungsfeld, der Bildhauerei. Gerade hier unterscheidet er pedantisch zwischen zeitgenössischer- (contemporary art) und Erinnerungskunst. Aber auch Kunstprojekte, in denen sein vielseitiges Talent in seiner Gesamtheit zum Ausdruck kommen oder mit denen er hilfsbedürftige Menschen und Kinder unterstützt sowie Gemeinschaftsprojekte, stehen im Focus seines Interesses.
Die Skulptur hatte zunächst ihren Platz unmittelbar vor dem Tabernakel. Wer sich mit Nikolaus Groß beschäftigt hatte, und in der Gemeinde waren das sehr viele, wusste, dass der Mittelpunkt seines Lebens Jesus Christus war im Sakrament der Eucharistie. Insofern war es ein starker symbolischer Ort für den Einzug des Seligen in die Barbarakirche und die Erinnerung an ihn.
Später wurde die Skulptur in die Versöhnungskapelle bzw. Friedenskapelle, wie sie auch genannt wird, gebracht. Dort könnte sie dem Raum zusammen mit den anderen Erinnerungen (Gewand, Medaille, Gedenktafel) den endgültiugen Namen geben: Nikolaus Groß – Kapelle.
Der Dank gilt dem Steinmetz und seinem Auftraggeber!